Vom Imbiss zur Entsorgung

Wie das Familienunternehmen Borgsdorf Recycling seinen Betrieb stetig weiterentwickelt

„Alle Wege führen nach Rom“ heißt so viel wie: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, ein Ziel zu erreichen. Im Fall der Borgsdorf Recycling GmbH war es zunächst ein Imbiss, den Jürgen Borgsdorf im April 1990 zusammen mit seiner Frau Cornelia in Ostdeutschland eröffnete. „Es war sein Traum, sein eigener Chef zu sein“, erinnert sich seine Partnerin Cornelia Borgsdorf. Kurz darauf machte er einen Schnitt und widmete sich anstelle von Hamburgern und Pommes dem harten Stahl: Von seinem Vater übernahm er den Schrotthandel. 1994 pachtete er einen Teil des Militärgeländes in Zerbst für sein Büro und investierte in ein erstes Absetzcontainerfahrzeug. Damit war der Start für den zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb gelegt. Mit den Jahren wurde ein Containerdienst aus- und aufgebaut, und das Geschäft mit der fachgerechten Entsorgung wurde vom Familienbetrieb stetig weiterentwickelt.

Sorgt für reibungslosen Umschlag: der Cat MH3024
© Zeppelin

Sorgt für reibungslosen Umschlag: der Cat MH3024
© Zeppelin
Doch aller Anfang war schwer. Es gab in den ersten Jahren Höhen und Tiefen, denn die Schrottpreise unterlagen starken Marktschwankungen. 1997 kam eine weitere Hürde dazu: Der Pachtvertrag wurde gekündigt und der Betrieb musste das Gelände räumen. Ein neues Grundstück musste in kurzer Zeit gefunden werden. Jürgen Borgsdorf fing dann in Zerbst wieder von vorn an. Eine Halle für Buntmetalle wurde eingerichtet sowie ein Platz zum Umschlag von Schrott, Bauschutt und Abbruchabfällen angelegt. Es folgten Investitionen in einen Abroller, einen Bagger, einen Radlader, Container sowie eine Waage. Mit der Zeit wurden weitere Materialien wie Altpapier, Altholz, Kunststoffe und Folien umgeschlagen. Inzwischen gehört auch Grünschnitt dazu. Außerdem begann man, in den Abbruch einzusteigen und Rückbauarbeiten auszuführen, was weitere Investitionen in den Maschinenpark mit sich brachte. So hielten zusätzliche Bagger und Radlader Einzug, aber auch ein Brecher war für das Recycling des Abbruchmaterials nötig. Die BImSchG-Genehmigung und die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb waren zentrale Ziele, die Know-how sowie weitere Investitionen – etwa in einen Ölabscheider für die ebenfalls angebotene Autoverwertung – erforderten.

Jürgen Borgsdorf band früh seine Söhne Kay, Mario und Thomas ein, die im Familienbetrieb groß wurden. So lag es nahe, dass sie nach ihrer Ausbildung als Maschinisten einstiegen und beim Aufbau des Geschäfts mitwirkten, das sie nach seinem Tod zusammen mit Cornelia Borgsdorf fortführen. Parallel zu einem bewährten Cat Mobilbagger M313D im Erdbau wird seit Kurzem ein Cat Umschlagbagger MH3024 der neuen Maschinengeneration von ihnen bewegt. Dieser spielt eine zentrale Rolle im täglichen Recyclinggeschäft: Mit seiner Reichweite und der feinfühligen Hydraulik kann er die Materialien präzise sortieren und verladen – eine enorme Entlastung im stark wachsenden Materialumschlag. Dank seines geringen Kraftstoffverbrauchs und seiner robusten Bauweise passt er perfekt zu den Anforderungen des Familienbetriebs, der auf langlebige Maschinen und effiziente Arbeitsabläufe setzt. In der mitunter eng getakteten Entsorgung sorgt der MH3024 für reibungslose Prozesse, da er selbst schweres Material schnell und sicher bewegen kann.

„Jeder macht bei uns das, was gerade anfällt“, erklärt Mario Borgsdorf. Die Aufgaben wurden immer vielfältiger. Aushub, Beton und Ziegel werden weiterverarbeitet, und Betonblöcke, -steine, -sperren und -barrieren in verschiedenen Größen und Formen werden hergestellt. „Wir wollen breit aufgestellt sein, um uns nicht abhängig zu machen“, fügt Cornelia Borgsdorf hinzu. So ergänzen Transporte den Containerdienst mit Absetz- und Abrollcontainern. Neue Marktlücken zu entdecken, Chancen zu erkennen und zu nutzen, wenn sie sich auftun – das trieb Jürgen Borgsdorf an, selbst wenn er gelegentlich Grenzen überschritt. So übernahm er zwischendurch auch den Transport von Mastenten aus ganz Deutschland und teilweise aus Dänemark.

„Ideen sind da, wie wir uns weiterentwickeln können“, meint Mario Borgsdorf. Das beinhaltet auch, Schüttgüter an Kunden zu liefern. Inzwischen wird im Bereich der Entsorgung auch die Akten- und Datenvernichtung angeboten. Eine neue Papierpresse wurde angeschafft und in einer überdachten Lagerhalle für den Papierumschlag installiert. Geplant ist zudem, am Firmensitz ein neues Büro zu errichten. Außerdem soll die Fläche des Umschlagplatzes asphaltiert werden, denn Bodenunebenheiten belasten Fahrwerke und Reifen, was wiederum unnötigen Verschleiß verursacht. Reparaturen führt das Unternehmen selbst in der eigenen beheizten Werkstatt durch – Kay Borgsdorf ist gelernter Land- und Baumaschinenmechatroniker.

Weil kurzfristig ein Minibagger für eine Baustelle benötigt wurde, entstand vor einem Jahr die Idee, einen eigenen Mietpark aufzubauen. So wurden Cat Mini- und Mobilbagger sowie Radlader beim Haus- und Hoflieferanten, der Zeppelin Niederlassung Magdeburg und ihrem leitenden Verkaufsrepräsentanten Thomas Krüger, angeschafft. Privatkunden und gewerbliche Kunden können unter den Modellen 300.9D, 301.6, 301.7D und 906M wählen. Passend dazu gibt es verschiedene Tief- und Grabenräumlöffel, Stemmhammer, Kegelspalter oder Bohrgeräte. „Unsere Lage in der Mitte zwischen Dessau und Magdeburg kommt uns in der Vermietung zugute. Wir richten uns ganz nach den Kundenwünschen“, sagt Mario Borgsdorf. Daher wurde kürzlich ein neuer Cat Abbruchgreifer 308 getestet, um ihn Mietkunden anzubieten. Sich als Unternehmen weiterzuentwickeln, um langfristig den Erfolg zu sichern, bedeutet für den Familienbetrieb, stetig neue Schritte zu gehen.

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