Bewährte Technik für besondere Fälle
ARJES Compaktor 300 – auf ungewöhnlichem Einsatzfeld 12.01.2026Das Motto „Es gibt kein Problem, für das es nicht die passende Maschinenlösung gibt“ erfährt immer wieder eindrucksvolle Bestätigungen. Das aktuelle Beispiel zeigt, wo eine ausgefeilte Technik Anwendungsgrenzen überspringt – wie ein gutes Pferd Hindernisse. Das ist wörtlich zu nehmen, denn ein ARJES Compaktor 300 bewährt sich jetzt erfolgreich auf eher landwirtschaftlichem Terrain. Das ist nicht nur für einen Recyclingspezialisten spannend, sondern dürfte die Branche überraschen – ebenso wie die beteiligten Akteure.
Die Greiferschaufel bei Wipperfürth gibt dem zierlichen ARJES Compaktor 300 fast schon überreichlich Material auf
© Moerschen
Die Vielfältigkeit potentieller Materialanforderungen ist sicher sprichwörtlich. Dabei geht es nicht immer um die Bearbeitung der härtesten und widerstandsfähigsten Trümmer. So hatte Markus Wipperfürth ein eigenes Problem, das er sich zudem selbst geschaffen hat. Der ambitionierte landwirtschaftliche Lohnunternehmer leitet unter anderem einen bekannten Pferdehof mit insgesamt mehr als 350 betreuten Tieren bei Pulheim. Da wird Pferdemist zur relevanten Dimension mit mehr als 5000 t/a. Die gilt es zu verwerten zusammen mit anderen landwirtschaftlichen Restprodukten aus dem Lohnunternehmen.
Für diesen Aufgabenpfad war eine mehrstufige Lösung nötig, das war Markus Wipperfürth schnell klar. Sie musste gleichzeitig nachhaltig und wirtschaftlich vernünftig sein, denn ehrgeizige Projekte können sich nur durchsetzen, wenn die Synergien auch Renditen abwerfen können. Also erwarb er eine benachbarte Biogasanlage. Die Idee der Nachhaltigkeit war erfüllt, aber die Wirtschaftlichkeit erforderte angepasste Optimierungen im Betrieb der Bestandsanlage sprich: Das heterogene Material aus Pferdemist, Silageballen und allem, was an Reststoffen in der Landwirtschaft anfällt, sollte schon optimal aufgeschlossen werden können.
Das rief nach einer effektiven Vorzerkleinerung als Aufbereitungsschritt für die Beschickung der Biogasanlage. Und weil sich Markus Wipperfürth das Problem selbst gesucht hatte, fand er auch die Lösung: „Zufällig sah ich mal ein Video zum ARJES Compaktor und war echt beeindruckt. Da konnte man ein ganzes Auto reinwerfen und der Langsamläufer zog das dann nach und nach durch die Walzen mit kontinuierlicher Drehzahl, bis alles zerkleinert war.“ Das System sollte doch mit den faserigen, zähen und glitschigen Biomassen fertig werden, hoffte der Unternehmer. Auf jeden Fall lohnte sich, das mal zu probieren – und so kam Moerschen Mobile Aufbereitung ins Spiel.
Zwei, die es auf einen Versuch ankommen ließen und nicht enttäuscht wurden: Markus Wipperfürth und Sven Brookshaw (von links)
© Moerschen
Hier zahlte sich mal wieder die ambitionierte Marketingstrategie des Händlers aus: „Auch wenn wir mit einem solchen Einsatzszenario noch nicht konfrontiert waren, scheuten wir uns nicht, gemeinsam mit Markus Wipperfürth über den Tellerrand zu blicken,“ erinnert sich Moerschen-Geschäftsführer Sven Brookshaw. Ein wichtiges Merkmal war wesentlich am Erfolg beteiligt: Als Grundvoraussetzung verfügt Moerschen Mobile Aufbereitung über die Kapazitäten eine Testmaschine vor Ort abzustellen und die Expertise, entsprechende Probeläufe fachlich zu begleiten. Das war der erste Schritt zum Erfolg. Qualität vor Quantität wäre schon ein zufriedenstellendes Ergebnis gewesen, aber zur allgemeinen freudigen Überraschung gingen schon von Beginn an Qualität und Quantität Hand in Hand. Nicht nur das Zerkleinerungsergebnis passte perfekt zu den Vorstellungen von Markus Wipperfürth und den Ansprüchen der Biogasanlage, auch die Durchsatzmengen konnten sich sehen lassen. In Zahlen: Mehr als 40 t/h in der Stunde zog der ARJES Compaktor 300 schon im Testlauf durch die Walzen. Das erscheint nur auf den ersten Blick wenig. Aber die Gemenge aus Silage und Pferdemist wiegen spezifisch weniger als die Hälfte von Bauschutt.
Ein Problem wurde dabei in der Beschickung gesehen, wie Markus Wipperfürth einräumt: „Die Schaufel unseres Teleskopladers ist unangemessen groß.“ Doch zu früh gefürchtet: Nach dem Motto „Fire and forget“ konnte ließ sich der Trichter vollpacken, bis er nicht mehr zu sehen war. Das beeindruckte den ARJES Compaktor nicht im Mindesten und er fraß sich selbstständig verstopfungsfrei durch die Mischmassen aus Pferdemist und Co. Apropos Pferdemist lacht Sven Brookshaw: „Das Projekt zeigt, dass wir bei der Vermarktung/Kundenbetreuung keine Scheuklappen aufhaben,“ und fügt hinzu: „Im Ernst, auch wir waren überrascht, in welche Nische die von uns vorgehaltene Technik so erfolgreich Einzug finden kann.“ Auch in der langjährigen Expertise von Moerschen Mobile Aufbereitung bedeutet dieses Projekt ein wenig so etwas wie eine Zäsur, findet Sven Brookshaw: „Bei Müll, Schrott oder Mineralik gibt es schon heute kaum eine Recyclinganwendung, mit der wir nicht schon Berührungspunkte hatten und bei der sich eine ARJES-Maschine bewährt hat, aber hier zeigt sich eindruckksvoll, dass dabei die Grenzen noch nicht ausgelotet sind.“
Mitunter sind es nicht beengte Platzverhältnisse, die die Entscheidung für eine besonders kompakte Maschine wie den ARJES Compaktor 300 beeinflussen. Für die Erfordernisse Markus Wipperfürth ist das Einstiegsmodell von ARJES schlicht die optimale Größe, was wirtschaftlich zum besten Preis-Leistungs-Anforderungs-Verhältnis führt.
