Circular Valley Convention 2026 rückt frühe R-Strategien digitale Lösungen in den Mittelpunkt
13.02.2026Spitzenpolitik, führende Industrieunternehmen und renommierte Wissenschaftler diskutieren auf der Circular Valley Convention 2026 am 11. und 12. März im Düsseldorfer Areal Böhler, wie frühe R-Strategien den Wandel zur Kreislaufwirtschaft beschleunigen können. Im Fokus stehen konkrete Ansätze, um Ressourcen von Anfang an zu schonen, Wertschöpfung neu zu denken und industrielle Transformation voranzubringen.
Auch 2025 gab es viele renommierte Speaker
© Jan Turek/Circular Valley
Wie kann Kreislaufwirtschaft Resilienz stärken, Abhängigkeiten reduzieren und zugleich Wettbewerbsfähigkeit sichern? Diese Frage steht im Zentrum der Circular Valley Convention 2026. Mit hochrangigen Stimmen aus Politik, führenden Industrieunternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bringt die Convention das „Who is who“ der Circular Economy zusammen und setzt einen besonderen Fokus auf die frühen R-Strategien: Refuse, Rethink, Redesign, Reduce.
Einen zentralen politischen Impuls setzt Bundesumweltminister Carsten Schneider, der auf der Circular Valley Convention zum Stand und zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie spricht. In seinem Beitrag ordnet er die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für Umwelt, Wirtschaft und Industriepolitik ein und zeigt auf, wie Circular Economy zur Sicherung kritischer Rohstoffe, zur Stärkung der Resilienz und zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands beitragen kann.
Die Perspektive der Industrie bringen die Co-Gastgeber der Circular Valley Convention mit: Frank Meyer (Henkel), Talke Schaffranek (BASF), Dr. Ralf Düssel (Evonik), Dr. Hendrik Wehr (Vorwerk) und Dr. Timo Flessner (Bayer) diskutieren, welcher unternehmensinterne Wandel notwendig ist, um Kreislaufwirtschaft strategisch zu verankern. Dabei geht es um neue Denkweisen, veränderte Prozesse und Geschäftsmodelle und um die Frage, wie Unternehmen Circular Economy vom Design bis zur Umsetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette realisieren können. BASF, Bayer, Evonik, Henkel und Vorwerk sind dabei nicht nur auf der Bühne präsent, sondern auch mit eigenen Messeständen, an denen sie konkrete Lösungen zeigen.
Auch 2026 ist die CVC eine Gemeinschaftsinitiative von Circular Valley, Messe Düsseldorf und Fraunhofer-Instituten
© Jan Turek/Circular Valley
Refuse, Rethink, Redesign, Reduce: Kreislaufwirtschaft beginnt am Anfang
Einen Schwerpunkt setzt die Convention auf die frühen R-Strategien, die einen großen Hebel für Ressourcenschonung und Systemwandel bieten. In diesem Kontext sprechen unter anderem Matthias Lesch (Pöppelmann), Prof. Dr. Welf-Guntram Drossel (Fraunhofer IWU), Tobias Albers (Kearney), Prof. Dr. Dr. Robert Schlögl (Alexander von Humboldt-Stiftung), Dr. Maike Albers-Malkus (NRW.Bank) sowie Ingo Noppen (Wupperverband) darüber, wie Produkte, Prozesse und Infrastrukturen von Grund auf neu gedacht werden müssen. Im Fokus steht dabei die Frage: Wie vermeiden wir von Anfang an, dass Ressourcen für Produkte eingesetzt werden, die wir gar nicht brauchen?
Ergänzt wird das Programm durch prominente Stimmen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die unterschiedliche Perspektiven auf die Chancen der Circular Economy einbringen. Dazu zählen Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Prof. Dr. Channing Robertson von der Stanford University sowie Prof. Dr. Dr. Christoph Schmidt, Präsident des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Ihre Beiträge zeigen, wie Kreislaufwirtschaft nicht nur ein industrielles oder technologisches Thema ist, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Transformationsprozess.
„Der Fokus auf Refuse, Rethink, Redesign und Reduce macht deutlich, dass die entscheidenden Weichen für zirkuläre Wertschöpfung sehr früh gestellt werden. Dazu bringt die Circular Valley Convention diejenigen zusammen, die Kreislaufwirtschaft gestalten: Spitzenpolitik, führende Unternehmen, exzellente Wissenschaft und engagierte Stimmen aus der Zivilgesellschaft“, sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung.
Digitalisierung und lebensverlängernde R-Strategien im Fokus
Neben den frühen R-Strategien rückt die Circular Valley Convention 2026 weitere zentrale Hebel der Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt: die Verlängerung von Produktlebenszyklen sowie die Rolle von Digitalisierung, Energie und Künstlicher Intelligenz als entscheidende Enabler. Hochrangige Sprecherinnen und Sprecher aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Technologie diskutieren, wie Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture und Repurpose zur Verlängerung von Produktlebenszyklen beitragen und welche digitalen Werkzeuge dafür entscheidend sind.
Digitalisierung als Schlüssel für zirkuläre Wertschöpfung
Unter dem Titel „Energy, Digitalization & AI“ beleuchten Vertreter aus Politik, Industrie, Forschung und Technologie, welche Rolle digitale Lösungen für die Umsetzung der Circular Economy spielen. Mit dabei sind Thomas Jarzombek, Mitglied des Deutschen Bundestages und Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, Johannes Fischer vom VDI Technologiezentrum, Dr. Christoph Strnadl von der Gaia-X European Association for Data and Cloud AISBL, Alexander Garbar von der Duisburger Hafen AG sowie Prof. Dr. Christian Doetsch von der Fraunhofer-Allianz ENERGIE.
Gemeinsam machen die Sprecher deutlich, dass digitale Lösungen weit über Effizienzgewinne hinausgehen: Sie ermöglichen Transparenz entlang von Wertschöpfungsketten, neue Geschäftsmodelle und eine präzisere Steuerung von Material- und Energieströmen und sind damit ein wesentlicher Hebel für die Umsetzung der Circular Economy. Unternehmen wie duisport präsentieren ihre Ansätze zudem im Messebereich der Convention und machen digitale Lösungen für die Circular Economy konkret erlebbar.
Lebensdauer verlängern: Mittlere R-Strategien in der Praxis
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf den mittleren, lebensverlängernden R-Strategien: Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture und Repurpose. Im Programmblock am zweiten Veranstaltungstag zeigen Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Branchen, wie Produkte länger genutzt, instandgesetzt oder neu eingesetzt werden können - von Maschinen und Konsumgütern bis hin zu Bauprodukten.
Zu den Sprecherinnen und Sprechern zählen Michael Scharpf, Head of Sustainable Construction bei Holcim, Ansgar Thole, President & Managing Director von Komatsu, Walter Ahn, Gründer von WASTO-PAC, Thomas Krämer, Director Asia/Pacific von WIPOTEC, sowie Andre Rolfes, Head of Sustainable Finance and CSR der GEFA BANK. Komatsu und die GEFA BANK sind zudem mit eigenen Ständen im Messebereich der Convention vertreten.
Die Beiträge machen deutlich, dass die Verlängerung von Produktlebenszyklen nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch wirtschaftliche Potenziale erschließt, etwa durch neue Serviceangebote, datenbasierte Geschäftsmodelle und stabilere Lieferketten.
Bauen als Schlüsselindustrie der Circular Economy
Ein besonderer Industrieschwerpunkt der Circular Valley Convention liegt auf dem Bausektor, der aufgrund hoher Materialverbräuche, langer Nutzungszyklen und komplexer Stoffströme ein zentrales Handlungsfeld für die Circular Economy darstellt. In einer Keynote spricht Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, über zirkuläres Bauen in NRW und ordnet die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen, regulatorischer Anforderungen und öffentlicher Steuerung für die Transformation der Bauwirtschaft ein.
Wie sich diese Rahmenbedingungen in der Praxis umsetzen lassen, zeigen im weiteren Programm Vertreter aus Industrie und Materialwirtschaft. Unternehmen wie Holcim, Teijin, Lhoist (mit Stand im Messebereich) und Oetelshofen geben Einblicke in zirkuläre Baustoffe, neue Materialkonzepte und Ansätze zur Reduktion von Primärrohstoffen. Die Circular Valley Convention geht damit bewusst in die Tiefe und verbindet strategische Perspektiven mit konkreten industriellen Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette im Bauwesen.
Top-Executives über Chancen der Circular Economy
Abgerundet wird das Programm durch Einblicke von Top-Executives, die Circular Economy aus unternehmerischer Gesamtverantwortung betrachten. Dr. Thomas Stoffmehl, CEO von Vorwerk, Dr. Henrik Ahlers, CEO von EY Deutschland, sowie Dr. Stephan Kothrade, Vorstandsmitglied und Chief Technology Officer (CTO) der BASF, geben Einblicke in die Chancen und Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft - von der Grundstoffindustrie bis zur Konsumgüterbranche. BASF und Vorwerk sind ebenfalls mit Messeständen auf der Circular Valley Convention vertreten.
„Die Circular Valley Convention ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit den zentralen Hebeln der Kreislaufwirtschaft – von digitalen Enablern über lebensverlängernde R-Strategien bis hin zu Schlüsselindustrien wie dem Bauen. Entscheidend ist dabei der Austausch zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft“, sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung.
Messe, Konferenz und Networking an einem Ort
Unter dem Leitmotiv „Uniting Industries for a Circular Tomorrow“ verbindet die Circular Valley Convention auch 2026 Konferenz, Messe und Networking zu einem ganzheitlichen Format. Zahlreiche Aussteller präsentieren konkrete Produkte, Technologien und Geschäftsmodelle entlang des gesamten Produktlebenszyklus und machen Kreislaufwirtschaft für das Fachpublikum greifbar.
