SPALECK Siebtechnologie als technologischer Anker
Im schwedischen Linköping hat der kommunale Versorger Tekniska verken eine der fortschrittlichsten Sortieranlagen für gemischte Siedlungs- und Haushaltsabfälle (MSW) in Europa in Betrieb genommen. Ziel: Mehr Wertstoffrückgewinnung, weniger thermische Verwertung. Innerhalb von nur elf Monaten Bauzeit realisierte der niederländische Anlagenbauer BANZO ein vollautomatisiertes Anlagenkonzept und setzte dabei auf Siebtechnik aus dem Hause SPALECK.
„Diese Anlage ist ein großer Schritt für uns. Unser Ziel ist klar: Möglichst viele Materialien zurück in den Stoffkreislauf zu bringen – und somit den Anteil der thermischen Verwertung zu minimieren“, sagt Kristian Elisson, Plant Manager und Projektverantwortlicher bei Tekniska verken.
Vollautomatisierte Prozesse für höchste Rückgewinnung
Die Anlage verarbeitet bis zu 40 t/h und erreicht im Vollbetrieb rund 200 000 t/a. Der gesamte Sortierprozess ist vollständig automatisiert – das Material läuft mit minimalem Bedienpersonal durch die Anlage. Sortiert werden fünf Hauptfraktionen: Kunststoffe, Eisenmetalle, Nichteisenmetalle, Papier/Pappe und organische Stoffe. Die erzielten Rückgewinnungsraten liegen auf einem sehr hohen Niveau: 92,8 % bei Mischkunststoffen, 93,1 % bei Papier, 94,1 % bei Eisen und 88,0 % bei Nichteisen-Metallen.
Technik, die Maßstäbe setzt
Die Anlagentechnik umfasst unter anderem drei SPALECK Recycling Waste Screens, ein SPALECK Flip-Flow-Screen, einen Vorzerkleinerer, drei Magnetabscheider, drei Wirbelstrom-Separatoren, 14 NIR-Sortiergeräte und einen X-Ray-Sortierer. Eine besondere Herausforderung war der Bau einer 250 m langen Förderbrücke, die den nicht recycelbaren Reststrom direkt in zwei benachbarte Müllheizkraftwerke überführt. „Diese Linie ist unsere neue Benchmark“, berichtet Melvin Kroon, Commercial Director bei BANZO. „Sie setzt einen neuen Standard für MSW-Recycling in Europa, mit hervorragenden Rückgewinnungsquoten und leistungsstarker Technik.“
SPALECK Siebtechnik:
Wichtige Basis für Sortierqualität
Die vier SPALECK Siebmaschinen übernehmen die exakte Klassierung der Materialien nach Größe. Die erste Maschine steht vor dem Shredder und gewährleistet eine Grobabsiebung. Nur übergroßes Material gelangt so in die Zerkleinerung – das senkt den Energieeinsatz, reduziert den Verschleiß und schützt die Shreddertechnik.
Die beiden weiteren Wertstoffsiebe übernehmen die Fraktionierung für die Sortierung. Durch die dreidimensional arbeitenden Siebmaschinen werden die Kornbandverteilungen für die nachgelagerten Sortiergeräte optimiert. Langteile werden durch die SPALECK 3D-Siebtechnik zuverlässig ausgesiebt. So werden mechanische Störungen und Fehldetektionen minimiert. Zudem können die Trennscheitel der Sortiermaschinen schärfer eingestellt werden.
Die eingesetzte Spannwellensiebmaschine entlastet die folgende Technik, indem der teilweise feuchte Feinanteil ausgesiebt wird. Das minimiert den Reinigungsaufwand und verbessert die Sortierqualität der nachgeschalteten Wirbelstrom- und NIR-Sortieraggregate deutlich.
„Unsere Siebmaschinen klassieren und verteilen den Materialstrom sehr exakt, so dass die Sortiergeräte das Material optimal detektieren und zurückgewinnen können“, erklärt Markus Döbbelt, technischer Vertrieb bei SPALECK. „So wird aus ‘Best Screening’ wirklich ‘Best Sorting’.“
Effizienz durch abgestimmte Prozesse
Der Projekterfolg basiert auch auf einem integrierten Projektansatz. BANZO übernahm die Gesamtkoordination mit elf beteiligten Gewerken. Grundlage war ein zentrales Steuerungskonzept, das mechanische, elektrische und digitale Schnittstellen zusammenführte. „Diese Anlage ist keine Copy-&-Paste-Lösung“, betont Marcel Kroon, CEO von BANZO. „Sie ist das Ergebnis eines intensiven Dialogs mit dem Kunden – und mit Partnern wie SPALECK, mit denen wir seit Jahren erfolgreich anspruchsvolle MSW-Projekte realisieren.“
Interesse aus der internationalen Kreislaufwirtschaft
Die Anlage ist bereits heute ein Erfolgsprojekt – mit Besuchergruppen weit über Europa hinaus. „Mit dieser Investition stärken wir unsere Rolle als Vorreiter in für klimafreundliche Abfallwirtschaft in Skandinavien und darüber hinaus. Wir stehen im engen Austausch mit anderen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft, um unser Konzept und die Idee dahinter zu teilen – für die Umwelt und die Menschen“, so Kristian Elisson. „Linköping ist so bereits die neue Hauptstadt des europäischen MSW-Recyclings“, ergänzt Melvin Kroon.
IFAT 2026: Projektpartner informieren
persönlich
Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, hat auf der kommenden IFAT 2026 Gelegenheit: BANZO und SPALECK präsentieren dort gemeinsam die technischen Hintergründe und laden zum Fachaustausch ein. Mehr dazu unter:
