Steigerung der Materialrückgewinnung

Norwegens erste KI-gesteuerte Robotersortieranlage

Die neue Robotersortieranlage wird die Materialrückgewinnung in Bjorstaddalen erheblich steigern und einen wichtigen Schritt von der Müllverbrennung hin zu einer Kreislaufwirtschaft in dem skandinavischen Land machen. Die KI-gesteuerten Roboter sortieren verschiedene Fraktionen aus dem Industriemüll und sind außerdem darauf trainiert, neue Fraktionen zu erkennen, was dem norwegischen Vorreiter der Abfallwirtschaft neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

In der Gemeinde Skien in Norwegen wurde die landesweit erste Robotersortieranlage für Bau- und Abbruchabfälle eröffnet. Die von ZenRobotics gelieferte vollautomatische Robotersortierstation verfügt über Roboter­arme, die bis zu 6000 Zugriffe pro Stunde ­durchführen können. Die Robotersortierstation ist als eigenständiger Abfallsortierprozess eingerichtet und mit der bestehenden Materialrecyclinganlage von Bjorstaddalen verbunden, die eine Gesamtkapazität von 150 000 t/Jahr hat.

Durch die Investition in KI- und ­Robotertechnologien will Bjorstaddalen zu einem führenden Unternehmen im Materialrecycling in Norwegen werden. Die Robotersortierstation wird die ­Materialrückgewinnung erheblich steigern, die Müllverbrennung reduzieren und einen großen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft machen. „Wir wollen an der Spitze stehen und suchen ständig nach besseren Lösungen für den Umgang mit Industrieabfällen. Es hat uns schon lange beunruhigt, dass es in Norwegen im Vergleich zu anderen Ländern einen geringen Grad an Materialrecycling gibt. Wir sind hierzulande gut in der Rückgewinnung von Energie, aber das bedeutet nur, dass der Abfall verbrannt wird. Dagegen wollen wir etwas unternehmen“, sagt Executive Vice President Sindre Hauen von Bjorstaddalen.

Die intelligenten Sortierroboter sind in der Lage, Fraktionen zurückzugewinnen, die derzeit in der Anlage recycelt werden, wie A-, B- und C-Holz, Nichtmetalle, Hartkunststoffe, schwarze Kunststoffe und Inertstoffe. Bjorstaddalen sieht jedoch in der Zukunft noch größere Möglichkeiten. „Die Roboter können darauf trainiert werden, neue Fraktionen zu erkennen. Wenn sich in Zukunft neue Märkte auftun oder es neue Anforderungen seitens der Behörden gibt, kann die Roboteranlage darauf trainiert werden, auch solche Fraktionen zu erkennen“, so Geschäftsführer Hauen weiter.

Bjorstaddalen ist derzeit dabei, die Robotersortieranlage weiterzuentwickeln mit dem Ziel, weitere Arten von recyceltem Abfall zu erkennen. Das Unternehmen hat bereits Vereinbarungen mit mehreren Kunden geschlossen, die die sortierten Fraktionen als Rohmaterial verwenden wollen. „Wir sind stolz darauf, einen Vorreiter der Branche wie Bjorstaddalen zu unterstützen, der die enormen Möglichkeiten von KI- und Robotertechnologien erkennt, um die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben und eine wachsende Anzahl wertvoller, hochreiner Materialien kosteneffizient und präzise zu erfassen“, sagt ZenRobotics‘ CEO Jarmo Ruohonen.

www.zenrobotics.com.
www.bjorstaddalen.no

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