Technologischer Durchbruch in Brasilien

Bau der größten mechanischen Sortieranlage Brasiliens

STADLER unterzeichnete vor Kurzem einen zukunftsträchtigen Vertrag mit Orizon Valorização de Resíduos über den Bau der größten mechanischen Sortieranlage Brasiliens. Dieser Vertrag ist von besonderer Bedeutung und soll in einem Land, in dem Recycling zunehmend an Potenzial gewinnt, die Verarbeitung von 500 000 t Hausmüll pro Jahr sicherstellen.

Der Vertrag steht für einen technologischen Durchbruch des Ecopark, ein Abfallwirtschaftsbetrieb in der Gemeinde Jaboatão dos Guararapes im Bundesstaat Pernambuco im Nordosten Brasiliens. Er wird die Wiederverwertung von recycelbaren Abfällen in größerem Umfang ermöglichen. 2020 landeten 1,5 Mio. t Müll, die von 3,7 Mio. Menschen erzeugt wurden, auf der Deponie. „Der Vertrag ist außerdem ein gutes Beispiel für Technologiemanagement und den Einsatz von Technologie in diesem Sektor“, erläutert Alexandre Citvaras, Direktor für Geschäftsentwicklung bei Orizon Valorização de Resíduos.

Die Anlage wird die größte, jemals in Brasilien gebaute mechanische Sortieranlage sein. STADLER verfolgte bei der Konzeption und Umsetzung des gesamten Projektes zwei vorrangige Ziele: die Modernisierung und Verbesserung des Sortierprozesses der von Orizon betriebenen Anlage und die Aussortierung hochwertigen wiederverwertbaren Materials, um die zunehmend anspruchsvollen in- und ausländischen Märkte zu bedienen.

Alexandre Citvaras weiter: „Die größte Herausforderung war die Entwicklung eines Sortierverfahrens mit bewährter Technologie, das die Abfallverwertung im Abfallwirtschaftsbetrieb von Jaboatão dos Guararapes effizienter werden lässt. Mit dieser Maschine erreichen wir eine Sortierquote von 75 % bis 85 % des wirtschaftlich verwertbaren Materials. Das ist ein Durchbruch in unseren Betriebsabläufen. Sie sind produktiver geworden und spielen eine wichtige Rolle für die Umwelt, indem sie der Herstellungskette wichtige Materialien wieder zuführen. Uns gibt dies die Möglichkeit, uns in Richtung einer echten Kreislaufwirtschaft zu bewegen.“

Orizon Valorização de Resíduos hatte keinerlei Zweifel bei seiner Entscheidung. „Die Qualitätskontrolle erfolgt dabei durch Handsortierung. Die neue Sortieranlage, die 2022 in Betrieb genommen wird, schafft somit 150 Arbeitsplätze. Dies ist der Grund, warum unser Projekt beide Sortiermodelle kombinieren sollte“, so der Orizon-Manager. Die Anlage wurde für die Verarbeitung eines großen Materialvolumens ausgelegt. Durch mechanische Sortierung wird zunächst die grobe Schwerfraktion entfernt. Abschließend wird die Feinfraktion von Hand sortiert. Darüber hinaus besteht von Anfang an die Möglichkeit, die Anlage zu erweitern und die Kapazität zu erhöhen. Auch der Automatisierungsgrad der Abläufe kann gesteigert werden.

Orizon Valorização de Resíduos betreibt fünf Abfallwirtschaftsstandorte in Brasilien. Die Entsorgungs- und Aufbereitungsanlagen empfangen jährlich rund 4,6 Mio. t Müll der Haushalte von ungefähr 20 Mio. Menschen und von mehr als 500 Unternehmen. Angesichts der Effizienz und des Bekanntheitsgrades der neuen Anlage soll das Projekt in Zukunft an den übrigen Standorten des Unternehmens im Land reproduziert werden.

Der brasilianische Markt weist besondere Eigenarten auf, weshalb eine genaue Analyse jedes einzelnen Falles erforderlich ist, bevor dem Kunden eine Lösung vorgestellt wird. Wie André Galuppo, Projektverantwortlicher bei STADLER LATAM erklärt: „STADLER strebt stets danach, Produkte, Methoden und Ideen zu entwickeln, die konkret auf die brasilianischen Gegebenheiten abgestimmt sind. Wir duplizieren nicht einfach unsere europäischen Projekte. Unser Ziel ist es, Projekte, Studien und Arbeitsbereiche zu entwickeln, die sich auf das brasilianische Abfall- und Geschäftsmodell konzentrieren. Die Ergebnisse dieser technischen und inhaltlichen Entwicklungsarbeit werden in Brasilien und für Brasilien genutzt und für den gesamten Markt von Vorteil sein.“

www.w-stadler.de

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