Saperatec GmbH / Wentus / Henkel

Auf der K Messe in Düsseldorf präsentieren saperatec, Wentus und Henkel den Prototyp einer kreislauffähigen flexiblen Verpackung mit hohem Rezyklatanteil aus Verpackungsabfällen

Die Beutelverpackung besteht zu 35 % aus Post-Consumer Rezyklat aus Getränkekartonabfällen und erfüllt damit zukünftig erwartete Vorgaben für Mindestanteile von Konsumentenverpackungen außerhalb von Lebensmittelanwendungen. Saperatec plant Inbetriebnahme der industriellen Produktion für 2023.

Prototyp einer kreislauffähigen flexiblen Verpackung
© Saperatec

Prototyp einer kreislauffähigen flexiblen Verpackung
© Saperatec
Die saperatec GmbH, Entwickler von Recyclingverfahren für Verbundverpackungen aus verschiedenen Materialien, präsentiert auf der K-Messe vom 19. bis 26. Oktober in Düsseldorf in Halle 9, Stand D17 eine innovative Waschmittelverpackung die mit 35 % Post-Consumer-Recyclinganteil (PCR) welche die voraussichtlichen Anforderungen der zukünftigen EU-Richtlinie für Verpackungen und Verpackungsabfälle erfüllt.

Der Prototyp, welcher eines der ersten flexiblen Verpackungsmaterialien demonstriert, die aus Post-Consumer-Verpackungsabfällen hergestellt werden, wurde in Zusammenarbeit mit zwei prominenten Partnern entwickelt: dem in Deutschland ansässigen Verpackungsfolienanbieter Wentus, dessen flexibles Mono-Polyethylen-Verpackungsdesign eine hohe Recyclingfähigkeit ermöglicht, sowie Henkel, dem weltweit führenden Anbieter von Klebstoffen, Dichtstoffen und funktionalen Beschichtungen, der den recyclingoptimierten Klebstoff der Verpackung liefert. Bemerkenswert ist, dass Henkel mit einer bedeutenden Investition dazu beiträgt, die erste industrielle saperatec-Recyclinganlage zu realisieren, welche das PCR-Rezyklat für solche Folienverpackungen ab 2023 liefern wird. Das Verpackungsdesign für Non-Food-Anwendungen, das von Wentus als Wentoplex® Pure R vermarktet wird, erhielt kürzlich 18 von 20 Punkten bei der Bewertung der Recyclingfähigkeit im Rahmen der Verpackungsanalyse „Made for Recycling Interseroh“.

Möglich wird diese nachhaltige Lösung durch eine vielversprechende neue Technologie: „saperatec Delamination Recycling“ ist ein erweitertes mechanisches Recyclingverfahren für mehrschichtige Verbundmaterialien aus Kunststoff, Metall und Glas. Das zweilagige Design der Verpackung ist vollständig aus Polyethylen (PE) gefertigt und die Innenschicht besteht zu mehr als 50% aus PCR-rLDPE aus Getränkekartonabfällen. Die äußere Schicht ist mit einer Oberflächenabdeckung von weniger als 50 % bedruckt und mit dem für die Recyclingfähigkeit optimierten Klebstoff von Henkel laminiert. Insgesamt wird die Verpackung mindestens 35 % PCR-rLDPE enthalten – im Einklang mit den aktuell diskutierten Empfehlungen für die Novelle der EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie.

 

Eine neue Herangehensweise für ein altes Problem

Von den mehr als 140 Mio. t Kunststoffverpackungsabfällen, die jedes Jahr weltweit anfallen, besteht ein erheblicher Teil aus Verbundverpackungen, die aus einer Kombination verschiedener Materialien bestehen. Solche funktional besonders leistungsfähigen Verpackungen stellen etablierte Recyclingverfahren vor große Herausforderungen, da diese die verschiedenen Materialien oft nicht in ausreichender Reinheit für die Kreislaufwirtschaft trennen können.

Der neuartige Ansatz von saperatec führt zu recycelten Materialien, die neue Rohstoffe in zahlreichen Anwendungen ersetzen können, einschließlich Folienverpackungen. Wichtig ist, dass der Prozess den recycelten Polymeren keine Verunreinigungen hinzufügt. So erfüllen alle im Prozess verwendeten Chemikalien den EU-Vorschriften für Materialien mit Lebensmittelkontakt. Das Verfahren ist für Verbundverpackungen aus Kunststoff und Aluminium wie Getränkekartons, sowie flexiblen Verpackungen und Tubenverpackungen mit Barriereschichten aus Alufolie oder verschiedenen Beschichtungen anwendbar.

Nachdem die Technologie seit Jahren im Labor und in industrienahen Pilotumgebungen getestet wurde, baut saperatec derzeit die erste Recyclinganlage für Verbundpackungen in Dessau, Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2023 wird die Anlage den kommerziellen Betrieb aufnehmen, mit dem Ziel, zunächst etwa 18 000 t Verpackungsabfälle pro Jahr zu verarbeiten.

Wichtig ist, dass der Recyclingprozess von saperatec auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Die Trennung der Mehrschichtverbünde erfolgt in einem Heißwaschprozess mit einer wasserbasierten, lösungsmittelfreien Trennflüssigkeit, die mehr als 30-mal wiederverwendet wird. Alle Prozesschemikalien entsprechen den europäischen Vorschriften für Lebensmittelkontaktmaterialien ohne spezifische Migrationsgrenzen.

Halle 9, Stand D17 

www.saperatec.de/de

www.wentus.de

www.henkel.de


x

Thematisch passende Artikel:

Kreislaufwirtschaft für Big-Bags aus Polypropylen-Gewebe

Kunststoffrecycling

Weltweit werden jährlich mehr als 380 Mio. 4-Loop Big-Bags (in der Fachsprache FIBCs – Flexible Intermediate Bulk Containers) verkauft; dies entspricht einem Recycling-Potenzial von ca. 800 000 t...

mehr

Hochwertige Regranulate aus Kunststoff-Folienverpackungen

Gold stellen die 90 Mitarbeitenden der Firma APK AG in Merseburg nicht her, aber Dank ihres innovativen Verfahrens können sie Kunststoff-Folienverpackungen so weit recyceln, dass neuwertige...

mehr
Ausgabe 2021-03 Nachfrageboom bei Recyclinganlagen

Geruchsreduktion als unverzichtbares Qualitätslevel

Durch die Kombination seiner INTAREMA® TVEplus® RegrindPro® Maschine mit dem ReFresher konnte EREMA dem damit produzierten PCR-HDPE den Weg in die Herstellung von Verpackungen für den...

mehr
Milliken / EREMA / PreZero

Verfahren zur Fertigung erstklassiger recycelter Polypropylene

Milliken & Company präsentiert auf der K 2022 gemeinsam mit EREMA und PreZero den Einsatz seiner Hyperform® HPN® Leistungsadditive in recycelten Polypropylencompounds (rPP). Die Partner teilen das...

mehr
Ausgabe 2018-02

HERBOLD MECKESHEIM GmbH: Post-consumer-PE-Folien-Recycling in Südafrika

Die erste Großanlage zum Aufbereiten von stark verschmutzten PE-Folienabfällen ist jetzt in Germiston South, nahe Johannesburg, in Betrieb genommen worden. Die Anlage wurde von HERBOLD MECKESHEIM...

mehr