OSR und Cleansort ziehen Bilanz ihrer LIBS-Sortierung
Mehr als 20 000 t sortiert, 142 000 t CO2 vermieden 14.10.2026Unabhängige Ökobilanz der EurA AG bestätigt bis zu 98 % CO2-Einsparung gegenüber Primäraluminium nach vier Jahren industriellem Dauerbetrieb
© Cleansort
Vier Jahre, nachdem OSR als einer der ersten Recyclingbetriebe die laserbasierte LIBS-Sortiertechnologie von Cleansort in den industriellen Einsatz gebracht hat, ziehen beide Unternehmen eine erste Bilanz. Mehr als 20 000 t Automobilschrotte wurden bei OSR zu hochreinen 5000er- und 6000er-Aluminiumfraktionen sortiert. Eine unabhängige Ökobilanz der EurA AG beziffert die damit verbundene CO2-Einsparung gegenüber Primäraluminium auf bis zu 98 %. In Summe wurden 142 000 t CO2 vermieden.
Oliver Scholz
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„Wir haben früh auf eine Technologie gesetzt, die zu diesem Zeitpunkt noch kaum jemand im industriellen Schichtbetrieb erprobt hatte. Dieses Vertrauen in Cleansort war ein Wagnis, aber im Rückblick die richtige Entscheidung: Die Anlage läuft heute absolut zuverlässig und hat uns einen klaren Vorsprung als Vorreiter der laserbasierten Sortierung verschafft", sagt Oliver Scholz, Geschäftsführer der OSR GmbH & Co. KG.
Die Zusammenarbeit begann 2022 als Pionierprojekt: Statt einer vorkonfigurierten Standardlösung ging es darum, eine vielversprechende Technologie unter realen Recyclingbedingungen in die industrielle Praxis zu überführen.
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In einer mehrjährigen, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Entwicklungsphase verzahnten beide Unternehmen ihre Kernkompetenzen: Cleansort die optische Spektroskopie und Anlagenphysik, OSR die operative Praxis und Stoffstromkompetenz aus dem täglichen Recyclingbetrieb. Heute läuft die Anlage im Dauerbetrieb, teils im Dreischichtbetrieb.
Sebastian Alvensleben
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„Nach vier Jahren im industriellen Dauereinsatz wissen wir genau, worauf es ankommt. Wir wissen nicht nur genau, was die LIBS-Sortierung technisch leisten kann, sondern kennen auch die entscheidenden Stellschrauben im Alltag, um konstant die höchste Qualität zu liefern", sagt Sebastian Alvensleben, Geschäftsführer der OSR Metallrecycling GmbH & Co. KG.
Möglich macht das ein patentiertes zweistufiges Verfahren: Im ersten wird durch eine Vorablation die Materialoberfläche gereinigt, anschließend bestimmt die eigentliche LIBS-Analyse (Laser-Induced Breakdown Spectroscopy) in wenigen Tausendstelsekunden die exakte Legierungszusammensetzung.
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Laut der Ökobilanz liegt der Carbon Footprint von LIBS-sortiertem Aluminium bei 229 kg CO2-Äquivalent pro Tonne. Gegenüber Primäraluminium ergibt sich eine Einsparung von 7463 kg CO2-Äquivalent pro t bei 5000er-Legierungen (98 %) und 6763 kg CO2-Äquivalent pro Tonne bei 6000er-Legierungen (97 %). OSR versorgt die Sortierproduktion zu 100 % mit erneuerbaren Energien, was die Einsparquote bei beiden Legierungsklassen um jeweils einen Prozentpunkt erhöht.
Philipp Soest
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„Unsere Anlage liefert dann die besten Ergebnisse, wenn die Infrastruktur drumherum stimmt. OSR bringt hier eine herausragende operative Erfahrung mit. Das Team weiß ganz genau, wie das Material optimal vorbereitet und die Anlage eingestellt werden müssen, um im Dauerbetrieb das Maximum aus unserer Technologie herauszuholen", ergänzt Philipp Soest, Geschäftsführer der Cleansort GmbH.
Die vollständigen Ergebnisse der Ökobilanz sowie weitere Details zur Partnerschaft haben Cleansort und OSR in der Case Study „Von der Innovation zum Industriestandard" zusammengefasst.
Sie steht kostenfrei zum Download bereit.
