Circular Valley Forum
EU-Kommissarin Jessika Roswall kommt kurz vor entscheidendem Schritt für Europas Kreislaufwirtschaft nach Wuppertal 03.11.2026Am 13. November treffen beim Circular Valley Forum Politik und industrielle Praxis aufeinander – wenige Tage vor der erwarteten Vorlage des Circular Economy Act der EU. Acht Industrie-Panels, politische Impulse und konkrete Lösungsansätze zeigen, worauf es bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft ankommt.
Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, ist ein besonderer Gast beim Forum 2026
© European Union, 2025
Wie kann Europa die Kreislaufwirtschaft stärken und zugleich seine Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz sichern? Diese Frage steht derzeit auch auf der europäischen politischen Agenda ganz weit oben. Beim Circular Valley Forum am 13. November 2026 in Wuppertal trifft die politische Debatte auf die Erfahrungen und Herausforderungen der industriellen Praxis. Mit EU-Kommissarin Jessika Roswall kommt eine zentrale Akteurin der europäischen Kreislaufwirtschaftspolitik zu einem besonders aktuellen Zeitpunkt zum Forum: Die Europäische Kommission arbeitet unter ihrer Mitwirkung am Circular Economy Act, der den europäischen Rahmen für die Kreislaufwirtschaft weiterentwickeln soll – und der nur wenige Tage nach dem Forum vorgestellt werden soll.
Unter dem Motto „Circular Valley – Succeeding together“ bringt die Circular Valley Stiftung in der Historischen Stadthalle Wuppertal zentrale Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich politische Ziele in wirtschaftlich tragfähige Lösungen übersetzen lassen. Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Sekundärrohstoffe stärker genutzt werden? Wie können Investitionen in zirkuläre Geschäftsmodelle erleichtert werden? Und wie gelingt es, Unternehmen entlang ganzer Wertschöpfungsketten für die Kreislaufwirtschaft zu gewinnen? Das Forum schafft Raum, diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren und gemeinsam an konkreten Ansätzen zu arbeiten.
EU-Kommissarin Jessika Roswall wird beim Forum über die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für Europas Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit sprechen. Ihr Besuch fällt in eine Phase, in der die europäische Kreislaufwirtschaftspolitik wichtige Weichen für die kommenden Jahre stellt. Der Austausch mit Unternehmen, die zirkuläre Lösungen bereits entwickeln und umsetzen, bietet dabei einen unmittelbaren Einblick in die Chancen und Herausforderungen der Transformation. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung ist vertreten: Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur und Umweltminister Oliver Krischer stellen die Kreislaufwirtschaftsstrategie des Landes vor.
Auf dem Forum wird es verschiedene Panels geben, dabei werden auch die Fortschritte der Arbeitsgruppen Thema sein
© Jan Turek/Circular Valley
Acht Industrie-Panels und konkrete Herausforderungen
Ein zentraler Bestandteil des Forums sind die acht Industrie-Panels, in denen große Hersteller gemeinsam mit Partnern ihrer jeweiligen Wertschöpfungsketten diskutieren, wie sich zirkuläre Lösungen wirtschaftlich tragfähig gestalten lassen. Vertreten sind Audi für die Automobilindustrie, Vorwerk für Haushaltsgeräte, Henkel für Konsumgüter, Tchibo für den Einzelhandel, GEA für den Maschinen- und Anlagenbau, Holcim für die Bauwirtschaft, Bayer für das Gesundheitswesen und die Telekom für Kommunikation und Hightech.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die technische Machbarkeit geschlossener Kreisläufe. Es geht auch um die wirtschaftlichen Voraussetzungen: Wie lassen sich zusätzliche Kosten verteilen, Investitionen ermöglichen und Geschäftsmodelle entwickeln, die für die beteiligten Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette funktionieren? Auch die Finanzwirtschaft wird in diese Diskussionen einbezogen. Gerade mit Blick auf die Weiterentwicklung der europäischen Rahmenbedingungen ist entscheidend, welche Voraussetzungen Unternehmen benötigen, um Kreislaufwirtschaft im industriellen Maßstab voranzubringen.
Zusammenarbeit, die über das Forum hinausgeht
Neben Industrie und Politik kommen auch gesellschaftliche Perspektiven zu Wort. Der Essener Bischof Dr. theol. Franz-Josef Overbeck widmet sich der Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung durch Kreislaufwirtschaft. Japans Generalkonsul Yoshitaka Tsunoda beleuchtet, welche Impulse die japanische Kultur für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen geben kann. Beide Beiträge erweitern den Blick auf die Frage, welche Werte und gesellschaftlichen Voraussetzungen eine erfolgreiche Circular Economy braucht.
Das Circular Valley Forum bietet auch Gelegenheit, bestehende Kooperationen persönlich zusammenzubringen und die gemeinsame Arbeit an konkreten Lösungen voranzutreiben. Ein Beispiel dafür ist die trilaterale Kooperation, deren Arbeitsgruppen das ganze Jahr über an spezifischen Herausforderungen der Circular Economy arbeiten. Beim Forum kommen sie erneut persönlich zusammen. Ihre Themen reichen von Kreislauflösungen im Bausektor über Batterierecycling und Matratzenrecycling bis hin zum chemischen Recycling. So wird die kontinuierliche Zusammenarbeit an konkreten Fragestellungen durch den persönlichen Austausch beim Forum ergänzt.
Von neuen Ideen bis zu konkreten Stoffkreisläufen
Weitere Programmpunkte verbinden Innovation und praktische Umsetzung. Beim Demo Day präsentieren die Teams des elften Batches des Circular Economy Accelerators ihre Ansätze. In Deep-Dive-Sessions geht es zudem um konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze, darunter Matratzenrecycling, chemisches Recycling, die PVC-Wertschöpfungskette, Phosphorrecycling, das Recycling hochwertiger Metalle sowie die Abscheidung und Nutzung von CO₂.
„Die Kreislaufwirtschaft steht in Europa vor wichtigen politischen Weichenstellungen. Dass EU-Kommissarin Jessika Roswall unser Forum gerade jetzt besucht, ist deshalb besonders wertvoll: Kurz vor der geplanten Vorstellung des Circular Economy Act kommen hier europäische Perspektive und industrielle Praxis unmittelbar zusammen. Denn damit aus politischen Zielen wirtschaftlich tragfähige Lösungen werden, müssen wir die Herausforderungen der Unternehmen verstehen und gemeinsam an konkreten Lösungen arbeiten“, sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung.
