TOMRA auf der IERC 2019

Trennung von flammgeschütztem Kunststoff aus Elektronikschrott

TOMRA Sorting Recycling informierte anlässlich des für die Branche maßgeblichen IERC 2019 (International Electronics Recycling Congress) über das Fachwissen des Unternehmens im Zusammenhang mit der Material-Rückgewinnung aus Elektro- und Elektronik-Altgeräten – kurz Elektroschrott (WEEE).

Die Wiederverwendung von Kunststoffen, die bromierte Flammschutzmittel (brominated flame retardants - BFR) enthalten, ist gesetzlich untersagt. Vor diesem Hintergrund erläuterte TOMRA, wie mithilfe der Röntgen-Technologie bis zu 98 % BFR-haltiger Kunststoffe aus gemischten Kunststoffabfällen separiert werden können. Mithilfe der Nahinfrarot-Technologie kann der Prozess weiter verbessert und können die Kunststoffe nach Arten separiert werden.

Judit Jansana, Geschäftsführerin von TOMRA Sorting Iberia und Mitglied der Expertengruppe „Metall“ von TOMRA Sorting Recycling, erklärte: „Da Kunststoffabfälle jetzt nicht mehr nach China verschifft, aber auch nicht einfach ignoriert werden können, herrscht seitens der Recyclingunternehmen zunehmende Nachfrage nach vorgetrennten Polymeren, die keine BFR enthalten. Der IERC 2019 bot für TOMRA die perfekte Gelegenheit zu demonstrieren, wie unsere Sortieranlagen AUTOSORT und X-TRACT dies mit einem bemerkenswert hohen Wirkungsgrad erreichen können.“

Gut besuchte IERC mit wichtigen Themen

Zum IERC 2019, der im vom 16. bis 18. Januar im  Kongresshaus Salzburg stattfand, kamen mehr als 450 Fachbesucher, darunter Hersteller und Anwender von Recyclingtechnologie, Regierungsvertreter und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, einflussreiche Wissenschaftler und Pressevertreter. Auf die Eröffnungsrede des ehemaligen EU-Umweltkommissars Dr. Janez Potočnik folgten Präsentationen und Workshops, die sich mit den neuesten Denkansätzen zu den Themen Elektroschrott und Kreislaufwirtschaft sowie den Herausforderungen der Recycling-Industrie beschäftigten.

Ein brandaktuelles Thema war das National-Sword-Programm in China, das den Transport von Abfällen nach China fast ganz zum Erliegen gebracht hat. Jean Cox-Kearns, Vorsitzender des IERC-Lenkungsausschusses, bemerkte, dass im Januar 2018 im Vergleich zum Vorjahr 99 % weniger Kunststoffabfälle nach China exportiert wurden und dass seitens anderer asiatischer Länder schon bald mit ähnlichen Einschränkungen hinsichtlich der Annahme von Abfällen zu rechnen sein wird.

Diese Einschränkungen machen es dringend notwendig, die Recyclingquoten der Länder zu steigern, in denen diese Abfälle entstehen. Hierzu sind jedoch umfassenderes Wissen und die Einführung von Sortiertechnologien erforderlich. In Anbetracht dessen beschäftigte sich die Geschäftsführerin von TOMRA Sorting Iberia, Judit Jansana, in ihrer Präsentation mit der Frage „Wie effizient ist die Technologie zur Trockentrennung von flammgeschützten Kunststoffen aus Elektroschrott?“

Es handelt sich hierbei um eine wichtige Frage, denn das Recycling von bromierten Flammschutzmitteln ist gesetzlich verboten. Entsprechend müssen diese vor dem Recycling von in Elektroschrott enthaltenen Kunststoffen getrennt werden. Darüber hinaus verlangt die auf die Herstellung aller Neuwaren anzuwendende EU-Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten, die sogenannte RoHS-Richtlinie, dass in recycelten Polymeren nahezu kein Brom enthalten sein darf.

Die Kombi-Lösung von TOMRA

Die Präsentation von TOMRA zeigte auf, dass in Elektro- und Elektronikgeräten der Kunststoffanteil
3 - 60 % betragen kann. Davon enthalten rund 30 % der Kunststoffe Flammschutzmittel. TOMRA ermöglicht durch die Kombination von zwei Sortiermaschinen die Extraktion dieser Materialien aus den Kunststoffabfällen. Das ausgegebene Material enthält unter 1000 ppm Brom.

Der Sortierprozess beginnt mit der Sortieranlage AUTOSORT von TOMRA. Mithilfe von Nahinfrarot-Spektroskopie-Technologie werden ge-mischte Polymere, die üblicherweise in IT- und Haushaltsgeräten zu finden sind, nach Polymerfraktionen getrennt – es entsteht beispielsweise eine PC/ABS (Polycarbonat/Acrylnitril-Butadien-Styrol)-Fraktion oder eine Fraktion aus hochschlagfestem Polystyrol (High Impact Polystyrene - HIPS).

Jede dieser Fraktionen wird dann separat durch die TOMRA-Sortieranlage X-TRACT geleitet, die mit Röntgentechnologie BFR-haltige Polymere von Polymeren, die keine bromierten Flammschutzmittel enthalten, trennen kann. Dies ist möglich, da flammhemmende Elemente höhere Atomdichten aufweisen, die mehr Energie absorbieren. Diese Technologie arbeitet unabhängig von der Farbe oder der Art der eingespeisten Kunststoffe, sodass schwarze Kunststoffe kein Problem darstellen.

Das beeindruckende Ergebnis dieses zweistufigen Prozesses ist die Entfernung von 98 % BFR-haltiger Kunststoffe aus gemischten Kunststoffabfällen bei minimaler Einbuße an guten Kunststoffen.

Als alternatives Verfahren zur Reduzierung des Bromgehalts kann der Prozess direkt mit einem Durchgang durch die TOMRA X-TRACT beginnen, um Material zu erhalten, das unter 1000 ppm Brom enthält. Die BFR-freie Mischung kann dann den weiteren Prozess zur Trennung der Polymere durchlaufen.

Judit Jansana hierzu: „Ich war mit unserer Teilnahme am IERC sehr zufrieden, ganz besonders mit der Diskussion nach meiner Präsentation zur Zukunft der Richtlinie,  die anscheinend darauf abzielt, die Grenzwerte für den Bromgehalt deutlich herabzusetzen. Der Sektor ist sich dessen sehr wohl bewusst und weitere technologische Entwicklungen werden notwendig sein, um dies zu bewerkstelligen. TOMRA wird seinen Kunden auch weiterhin zur Seite stehen und sie unterstützen.“

www.tomra.com

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