IERC 2020: Holen Sie sich das Programm!

Die Vorbereitungen für den 19. Internationalen Elektronik-Recycling-Kongress IERC 2020 vom 21. bis 24. Januar 2020 in Salzburg laufen auf Hochtouren. Das Kongressprogramm ist fertig und die Broschüren sind gedruckt.

Die Highlights des IERC 2020:

Auswirkungen der Elektromobilität auf die Recyclingindustrie

Enden Elektroautos und -räder als Elektronikschrott?

Welche Chancen bietet die Kreislaufwirtschaft Ihrem Unternehmen?

Weltweite Rücknahmesysteme, Quoten und Herausforderungen für OEMs

Geschäftsmöglichkeiten und -modelle in Schwellenländern

Innovationen im Leiterplattenrecycling

Beste verfügbare Recyclingtechnologien

Sicherheitsstandards für Transport und Lagerung

Umweltmanagement für gefährliche Komponenten, wie Lithiumbatterien

Normen, Compliance und Vorschriften in der Elektronikbranche

Sind Trittbrettfahrer immer noch ein Problem?

Auswirkungen der Datensicherheit auf die Wiederverwendung und Wiederaufarbeitung

Handel mit gebrauchten elektrischen und elektronischen Teilen – gut oder schlecht?

Kunststoffrecycling: „Der lange Weg von der Hölle zum Erfolg!“

Runde Tische: „Handelssperre für China um zwei Jahre verschieben“ und „Sammelziele! – Erreichbarkeit und Rechenschaftspflicht“

Länderberichte

Das Programm umfasst 3 starke Keynote-Speaker, Tech-Talks und 2 runde Tische

(Details: www.icm.ch/ierc-2020).

Die Teilnehmer haben außerdem exklusiven Zugang zu folgenden Werksbesichtigungen und Workshops:

Werksbesichtigungen:

Montanwerke Brixlegg AG, Brixlegg (Besichtigung der Raffinerie und Gießerei)

Müller-Guttenbrunn-Group (Besichtigung der Shredderanlage von MGG Metrec, der Nachzerkleinerungsanlage von MGG Metran und der Plastikrecyclinganlage von MGG Polymers)

Workshops:

Wie kann das Kunststoffrecycling optimiert werden, um hochwertige Polymere für die Kreislaufelektronik zu erhalten?

Anforderungen des R2v3-Standards

Batterien – Leistungsdichte vs. Sicherheit

Große Messe & perfekte Networking-Plattform

Der IERC 2020 ist die führende Veranstaltung der Elektronikrecyclingbranche und bringt mehr als 500 Recyclingfachleute aus der ganzen Welt zusammen: Eine große Ausstellungsfläche mit über 80 Ständen bietet die perfekte Gelegenheit, wichtige Entscheidungsträger der Branche zu erreichen und sich über Neuigkeiten im weltweiten Elektronikrecyclinggeschäft zu informieren.

Interview mit Surendra Borad Patawari, Gemini Corporation N.V./Belgien

Einer diesjährigen Keynote-Speaker wird Surendra Borad Patawari sein. Der international bekannte Experte und Geschäftsmann für Kunststoffrecycling ist Vorsitzender der Gemini Corporation NV in Belgien. Auf dem IERC 2020 wird Herr Patawari einen Überblick über die weltweiten Entwicklungen auf dem Kunststoffrecyclingmarkt geben. Wir haben es geschafft, im Vorfeld mit ihm zu sprechen:

ICM: Herr Patawari, Kunststoffe wurden weltweit wegen der durch sie verursachten Meeresverschmutzung kritisiert. Es gibt mittlerweile viele Initiativen für den Verzicht auf den Einsatz von Kunststoffen. Wie besorgt sind Sie, dass Ihnen eines Tages das Material ausgehen wird?

Mr Patawari: Kunststoffe sind so sehr im Einsatz und stark nachgefragt, dass wir Menschen nicht einmal eine Stunde lang ohne sie leben können. Wir wachen morgens auf und suchen als erstes nach unseren Handys, die aus Kunststoff bestehen. Wir fahren mit einem Auto aus Kunststoff ins Büro und beginnen in unseren Büros mit Desktop-Computern und Laptops, die ebenfalls aus Kunststoff bestehen. Tatsächlich beeinflussen Kunststoffe das Leben eines jeden Menschen jeden Tag und überall. Ohne Kunststoffe würde die Lebensmittelverschwendung zunehmen. Ohne Kunststoffe würden die Kraftstoffkosten aufgrund der schwereren Fahrzeuge steigen. Ohne Kunststoffe wäre eine medizinische Versorgung sehr schwierig, wenn nicht unmöglich. Tatsächlich erzeugen wir so viel Kunststoff, dass stündlich Müll in einer Größenordnung von 2000 LKWs anfällt. Wir erzeugen jedes Jahr rund 300 Mio. t Kunststoffabfälle, und leider werden weniger als 20 % dieser Menge recycelt.

ICM: In vielen Fällen achten die Kunststoffhersteller zunehmend auf die Recyclingfähigkeit. Ist das ein allgemeiner Trend?

Mr Patawari: Den Kunststoffherstellern bleibt nichts anderes übrig, als auf die Recyclingfähigkeit zu achten. Andernfalls müssen sie die Kosten für die Produkte am Ende ihrer Nutzungsdauer tragen. Im Moment ist es kein allgemeiner Trend, aber es wird bald einer werden. Die Kunststoffindustrie wird gezwungen sein, dies unter Druck und durch Überzeugen der Öffentlichkeit, der Presse und schließlich der Politik zu tun. Die Primärkunststoffproduktion steigt pro Jahr um mehr als 3 %, das Recycling hingegen um weniger als 2 %. Bei dieser Quote wird es bis zum Jahr 2050 über 12 Mrd. t Plastikmüll geben.

ICM: In welchen Anwendungsbereichen sehen Sie die besten Erfolgschancen für Recyclingkunststoffe?

Mr Patawari: Ich sehe die zunehmende Verwendung von recycelten Kunststoffen bei Verpackungsmaterialien und Produkten von kurzer Lebensdauer. Die Qualität von recycelten Kunststoffen (PCR) muss jedoch noch erheblich verbessert werden. Obwohl sich viele Markeninhaber verpflichtet haben, in den nächsten fünf Jahren recycelte Kunststoffe in einer Größenordnung von über 20 % zu verwenden, stehen nicht genügend recycelte Materialien zur Verfügung, um diese Verpflichtungen zu erfüllen. Wir werden mehr als 6 Mio. t qualitativ hochwertige PCR benötigen, wobei die Verfügbarkeit dieser Menge derzeit schwierig zu sein scheint.

ICM: Sollten Kunststoffe, die nicht recycelt werden können, einfach verboten werden?

Mr Patawari: Wenn es ein gesetzliches Verbot gibt, werden die Leute Wege finden, es zu umgehen oder zu überlisten. Stattdessen muss auf Materialien, die nicht recycelt werden können, eine END-OF-LIFE-STEUER (Entsorgungssteuer) erhoben werden. Die Marktkräfte werden eine Verringerung des Einsatzes solcher Kunststoffe fördern. Mittel aus dieser Steuer können verwendet werden, um Lösungen für diese Materialien zu finden.

ICM: Möglicherweise ist für nicht recycelbare Kunststoffe bald eine Entsorgungslösung in Sicht. Zahlreiche Chemieunternehmen befassen sich mit dem chemischen Recycling von Kunststoffen. Welche Erfolgschancen sehen Sie für diesen Prozess?

Mr Patawari: Mechanisches Recycling allein wird die Herausforderung des Kunststoffrecyclings nicht lösen. Es muss durch chemisches Recycling ergänzt werden. Beim chemischen Recycling handelt es sich jedoch zum Großteil noch um Pilotprojekte. Da muss die Produktion erst noch das kommerzielle Niveau erreichen. Wie ich von dem bekannten Kunststoffberatungsunternehmen IHS und der Zero Waste Association erfahren habe, sind wir vom chemischen Recycling noch fünf bis zehn Jahre entfernt. Es gibt jedoch einen enormen Druck, einen Durchbruch zu erzielen und eine Lösung zu finden.

www.icm.ch

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