Elektrifizierung der Prozesswärme 

Neuer Schneckenwärmetauscher erreicht bis zu 650°C

Mit der LiquiCore™-Technologie präsentiert Köllemann ein neuartiges, vollständig elektrisches Heizkonzept für Schüttgüter. Durch den Einsatz eines Flüssigmetallkerns schließt das System die Lücke zwischen klassischen Trocknern und Hochtemperatur-Verbrennungsanlagen. Jüngste Weiterentwicklungen erweitern das Temperaturfenster nun auf 145°C bis 650°C.

Die thermische Behandlung von Schüttgütern ist ein energieintensiver Prozess, der Anlagenbetreiber zunehmend vor Herausforderungen stellt. Herkömmliche Schneckenwärmetauscher, die indirekt mit Wärmeträgerfluiden wie Thermoöl oder Dampf betrieben werden, stoßen bei sehr hohen Temperaturen an physikalische und wirtschaftliche Grenzen. Die Köllemann GmbH begegnet diesem Problem mit dem LiquiCore™, einem Hochtemperatur-Schneckenwärmetauscher für elektrische Prozesswärme. Dieses innovative System verzichtet gänzlich auf flüssige Wärmeträgerfluide und reduziert so die Anlagenkomplexität, den Wartungsaufwand sowie potenzielle Leckagerisiken drastisch.

Innovation im Kern: Das Flüssigmetall-Prinzip

Das Herzstück der Technologie ist eine elektrisch beheizte Schneckenwelle mit einem hermetisch abgeschlossenen Kern. Im Inneren dieses Kerns sind integrierte Heizelemente in ein niedrigschmelzendes Metall eingebettet.

Durch den gezielten Einsatz hitzebeständiger Edelstähle und einer innovativen Bismut-Zinn-Legierung als Wärmeübertragungsmedium konnte die Einsatzbandbreite des Systems kürzlich massiv ausgebaut werden. Da die spezielle Legierung bereits bei 138°C schmilzt, kann die Maschine nun schon ab einer Prozesstemperatur von ca. 145°C effizient arbeiten. Nach oben hin verschieben die neuen Werkstoffe die Leistungsgrenze auf bis zu 650°C.

Im flüssigen Zustand sorgt das Überträgermedium für eine extrem schnelle und homogene Wärmeverteilung über die gesamte Wellenlänge. Um den Wärmeeintrag in das Schüttgut zusätzlich zu maximieren, kann optional auch der Trogmantel elektrisch beheizt werden.

Präzision und Energieeffizienz

Der vollständig elektrische Betrieb bringt nicht nur Vorteile bei der Infrastruktur, sondern auch in der Prozesssteuerung. Das System ermöglicht eine exakte Temperaturregelung und zeichnet sich durch kurze Reaktionszeiten aus. Dies garantiert eine homogene, reproduzierbare Hochtemperaturprozessführung. Gleichzeitig punktet die Technologie mit einer hohen Energieeffizienz und einer sehr schnellen Regelbarkeit. Um eine optimale Integration in bestehende Anlagen zu gewährleisten, erfolgt die Auslegung kundenspezifisch unter Einsatz warmfester Werkstoffe, optimierter Schneckengeometrien und modernster Steuerungs- und Regeltechnik.

 

Anwendungen in der Schüttgut- und Umwelttechnik

Aufgrund seiner Leistungsfähigkeit eignet sich der LiquiCore™ ideal für anspruchsvolle Umwelt- und Hochtemperaturanwendungen. Das Apparatedesign prädestiniert ihn für Prozesse wie die Pyrolyse, die Kalzinierung, die Hochtemperatur-Trocknung sowie die thermische Aktivierung von Feststoffen.

Ein besonders wachsendes Anwendungsfeld in der Umwelttechnik ist die thermische Desorption persistenter Schadstoffe, wie beispielsweise per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Hier kommt der Apparat bei der Aufbereitung kontaminierter Böden, der Behandlung von Klärschlämmen oder bei der Reaktivierung beladener Adsorbenzien zum Einsatz.

Mit dem LiquiCore™ Hochtemperatur-Schneckenwärmetauscher steht der Schüttgutindustrie somit eine Technologie zur Verfügung, die nicht nur höchste Prozesstemperaturen sicher beherrscht, sondern durch den rein elektrischen Betrieb auch einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung industrieller Wärmeprozesse leisten kann.

www.koellemann.de

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