Im Fokus: Effizienz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Fachmessen SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK 2020 in Dortmund erneut in hochkarätigem Format

Ressourcen – wie gelingt ein sinnvoller Umgang unter den Rahmenbedingungen zunehmender Rohstoffknappheit und Umweltbelastung? Was tragen gesetzliche Regelungen zu effizienterer Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen – siehe Gewerbeabfallverordnung – bei? Wie können die öffentliche Hand oder Unternehmer von der Gleichwertigkeit zertifizierter Sekundärrohstoffen überzeugt werden? Wie kann die Qualität von Recyclingprodukten sichergestellt werden? Welche Vorteile bringt die zunehmende Digitalisierung den Firmen? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der beiden Fachmessen SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK 2020.

Blickpunkt Messe

Zu ihrem 10. Auftritt präsentiert sich die Fachmesse SOLIDS wieder gemeinsam mit der RECYCLING-TECHNIK. Das Messe-Duo schafft am 1. und 2. April 2020 in Dortmund eine hochwertige Plattform rund um Schüttgut- und Recyclingtechnologien. Insgesamt präsentieren rund 500 Aussteller Praxislösungen, Trends und Möglichkeiten der Digitalisierung für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Gezeigt werden Ballenpressen, Brecher, Schreddermaschinen, Sortieranlagen, Zerkleinerer, Sieb- und Separiermaschinen, Förderbänder u.v.a.m. für Wertstoffhöfe, Recycling- und Entsorgungsunternehmen sowie Firmen mit innerbetrieblichen Recyclinganlagen.

Ergänzend organisiert der Münchener Veranstalter Easyfairs Deutschland ein umfangreiches Rahmenprogramm. Im InnovationCenter werden aktuelle Themen umfassend vorgestellt und mit dem Auditorium diskutiert. Verschiedene Verbände werden schwerpunktmäßig u.a. die Themen Bauschuttrecycling oder Kreislaufwirtschaft in den Fokus ihres Vortragsblocks rücken.

Außerdem werden die Besucher über themenbezogene Guided Tours gezielt mit Ausstellern und Produkten bekannt gemacht. Interessierte Teilnehmer können zwischen den Topics Staubschutz, Ressourceneffizienz, Schüttgut wird digital und Entleerung von Schüttgutbehältern wählen.

Flankiert wird die Veranstaltung durch den 9. Urban Mining Kongress, der im Rahmen der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK in der Messe Dortmund stattfindet.

Recycling und Schüttgut-Technologien für mehr Nachhaltigkeit

Seit langem beschäftigen sich Industrie und Forschung damit, Wirtschaftswachstum zu ermöglichen und gleichzeitig Ressourcen zu bewahren. Dabei wird es für Unternehmen immer wichtiger, bewährte Prozesse zu überdenken und zukunftsfähig zu gestalten.

Sie stehen vor den Herausforderungen, Rohstoffe effizienter zu nutzen, sie reibungslos und ohne Verluste in die Prozesskette einzubringen, Abfallmengen zu minimieren und verstärkt auf Recyclingprozesse zurückzugreifen. Verfahren wie Sieben, Mischen, Trennen oder Zerkleinern sind dabei für die Erstverarbeitung von Rohstoffen ebenso wichtig wie für deren abschließende Wiederverwertung. Die Entwicklungen der Digitalisierung bieten heute schon hilfreiche Lösungen für die effiziente Gestaltung von Abläufen, so z.B. bei Sortierprozessen, in denen in Millisekunden Material erkannt und separiert wird. So wird es zur unabdingbaren Pflicht der Verantwortlichen, sich über die aktuellen Möglichkeiten und Trends für die Zukunft zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und ihre Unternehmen nachhaltig wirtschaftlich aufzustellen. Industrielle Fachmessen wie die SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK bieten hierfür eine ideale Plattform.

Recycling- und Schüttgut-Technik im Wandel

Die Kombination der Fachmesse SOLIDS Dortmund mit der RECYCLING-TECHNIK bietet sowohl für Aussteller als auch für Besucher zahlreiche Synergien, finden sich doch viele der Schüttguttechnologien auch in der Recycling-Branche wieder. Experten stellen auf insgesamt fünf Vortragsbühnen sowohl Lösungen aus der Praxis als auch Trends für die Zukunft vor. Mit dabei sind zahlreiche Partner der Fachmessen, wie beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft DGAW e.V mit Informationen zur Umsetzung der neuen Gewerbeabfallverordnung, die Vero e.V. zum Baustoffrecycling, genauso wie IAB Weimar mit Baucycle und Schüttgutsimulation sowie die Technische Hochschule Ostwestfalen Lippe zum Thema Life Science Technologies.

Recycling und Ressourceneffizienz im InnovationCenter

Auf den Bühnen der InnovationCenter bereichern zahlreiche Experten und Firmen das Event mit hochwertigen Vorträgen zu Lösungen, Trends und Neuerungen der Branchen.

DGAW: Die Gewerbeabfallverordnung in der Umsetzung: Was hat sie gebracht?

Die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. gestaltet am 01.04. ab 13 Uhr einen Vortragsblock, in dem die Frage nach der Umsetzung der Gewerbeabfallordnung eine zentrale Rolle spielen wird. Dabei sollen sowohl rechtliche als auch technische Aspekte in den Fokus genommen werden.

Der Veranstalter, die DGAW, vereint über 450 Mitglieder aus den unterschiedlichsten Bereichen der Rohstoffwirtschaft. Darüber hinaus besteht mit allen wichtigen Organisationen der Rohstoffwirtschaft eine enge Zusammenarbeit bzw. gegenseitige Mitgliedschaft.

Die DGAW versteht sich als Plattform für Produktverantwortung und Ressourcenschonung. Ziel ist es, diese beiden zukunftsorientierten Bereiche durch Bildung eines kompetenten Netzwerkes der Fachleute der Prozesskette weiterzuentwickeln. Hierzu bietet die DGAW eine interdisziplinäre, sachorientierte Zusammenarbeit mit offenem Erfahrungsaustausch an, um mit Wissensvorsprung sein Umfeld zu gestalten.

Die unterschiedlichen Disziplinen und Berufsgruppen, die Dienstleister und Lösungsanbieter, der Kunde und Bürger sowie die Politik und Verwaltung der verschiedenen Ebenen erhalten die Möglichkeit, durch regen Austausch aktiv an der Verbesserung der Rohstoffwirtschaft mitzuwirken.

Anlässlich der Veranstaltung im Rahmen der RECYCLING-TECHNIK hatte die Redaktion der recovery die Gelegenheit zu einigen Fragen an das DGAW-Vorstandsmitglied, Dr. Anno Oexle.

recovery: Herr Oexle, die DGAW organisiert auf der Messe RECYCLING-TECHNIK in Dortmund am 01.04.2020 einen Vortagsblock zum Thema „Die Gewerbeabfallverordnung in der Umsetzung: Was hat sie gebracht?“. Was werden die wichtigsten und spannendsten Punkte dieser Veranstaltung sein?

Dr. Anno Oexle: Die novellierte Gewerbeabfallverordnung ist seit August 2017 zu beachten, die neuen technischen Anforderungen an die Verwertung vorbehandlungspflichtiger Gemische einschließlich der Sortierquote (85 Masse%) und der Recyclingquote (30 Masse%) gelten seit Januar 2019. Spätestens bis Ende März 2020 müssen die Betreiber von Vorbehandlungsanlagen den zuständigen Behörden erstmals mitteilen, ob sie die vorgeschriebene Recyclingquote erreicht haben. Schon angesichts dieser gesetzlichen Vorgaben ist der Zeitpunkt der Veranstaltung gut gewählt für eine Bestandsaufnahme: Wird die neue Verordnung von den zuständigen Behörden vollzogen? Hat sie zu mehr Recycling oder nur zu mehr Bürokratie geführt? Ist die Recyclingquote realistisch? Welche Probleme stellen sich in der Praxis? Diese und andere Fragen werden aus unterschiedlichen Perspektiven von verschiedenen Referenten praxisnah beleuchtet.

recovery: An welche Zielgruppe wendet sich die Veranstaltung? Ist sie nur für DGAW-Mitglieder gedacht?

Herr Dr. Oexle: Die Veranstaltung richtet sich an alle Akteure, die von der Gewerbeabfallverordnung betroffen sind, also insbesondere Abfallerzeuger, Beförderer, Entsorger und Behörden. Es handelt sich um eine DGAW-Regionalveranstaltung, die allen Interessenten offensteht. Das gilt übrigens für alle DGAW-Regionalveranstaltungen. Über den Besuch von DGAW-Mitgliedern freuen wir uns als Veranstalter natürlich besonders. 

recovery: Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie bei der Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung? Welche Vor- und Nachteile bringt Sie für Erzeuger, Besitzer und Entsorger?

Dr. Anno Oexle: Die größte Herausforderung liegt sicherlich im Vollzug der neuen Regelungen. Denn diese sind komplex, nicht immer konsistent und primär erzeugerbezogen. Der Vollzug konzentriert sich gegenwärtig allerdings überwiegend auf die Entsorger; angesichts der Vielzahl der betroffenen Erzeuger ein aus pragmatischen Aspekten durchaus nachvollziehbarer, rechtlich allerdings fraglicher Ansatz, da es sich bei der Gewerbeabfallverordnung um ein primär erzeugerbezogenes Regelwerk handelt.

recovery: Werden die Recyclingraten mit der neuen Verordnung steigen? Was muss sich an unserem Recyclingsystem ändern, um die geforderten Raten zu erfüllen?

Dr. Anno Oexle: Die Betreiber von Vorbehandlungsanlagen müssen den zuständigen Behörden erstmalig Ende März 2020 Rechenschaft über die Einhaltung der Recyclingquoten ablegen. Dann wird sich zeigen, ob die gesetzlich vorgegebene Quote zu schaffen ist. Wichtig sind hier realistische Angaben. Das gilt schon deswegen, weil die Bundesregierung gehalten ist, bis zum 31.12.2020 zu überprüfen, ob und inwieweit die Recyclingquote durch eine Änderung der Gewerbeabfallverordnung anzupassen ist – nach oben oder nach unten.

recovery: Welche zukünftigen Lösungen sehen Sie, um zu höheren Recyclingraten und in die Nähe einer Kreislaufwirtschaft zu gelangen?

Dr. Anno Oexle: Meines Erachtens sollten wir uns bei der erforderlichen weiteren Entwicklung der Kreislaufwirtschaft nicht zu sehr auf Quoten fokussieren. Denn die Erreichung immer höherer Quoten führt nur dann zu der gewünschten Stärkung der Kreislaufwirtschaft, wenn es für die – mit nicht unerheblichen ökonomischen und ökologischen Kosten – mit Blick auf die Quoten erzeugten Recyklate auch eine Nachfrage gibt.

recovery: Was möchten Sie der im Rahmen der RECYCLING-TECHNIK stattfindenden DGAW-Regionalveranstaltung mit auf den Weg geben? Warum sollten man unbedingt an der Veranstaltung teilnehmen?

Dr. Anno Oexle: Ich wünsche mir eine praxisnahe und lebhafte Veranstaltung, die einen echten Mehrwert für alle Teilnehmer darstellt. Natürlich wird es auch die Möglichkeit geben, den Referenten Fragen zu stellen.

recovery: Herr Dr. Oexle, könnten Sie noch kurz erläutern, wer ist die DGAW, welche Aufgaben nimmt sie?

Dr. Anno Oexle: Ziel der DGAW ist nicht die Vertretung bestimmter wirtschaftlicher Interessen, sondern die offene Diskussion im Interesse der Kreislauf- und Rohstoffwirtschaft. Dementsprechend setzt sich die DGAW aus Vertretern der unterschiedlichsten Bereiche der Kreislauf- und Rohstoffwirtschaft – z.B. private und kommunale Entsorgungswirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung – zusammen. Wegen ihrer heterogenen Mitgliederstruktur ist es der DGAW möglich, ihren Mitgliedern einen unabhängigen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu den verschiedenen Themenbereichen der Branche zu bieten.

„Aufbereitung mineralischer Bau- und Abbruchabfälle & Einsatz qualitätsgesicherter Recycling-Baustoffe“

vero – Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e.V. legt in seinem Vortragsblock im Rahmen des InnovationCenters den Fokus auf das spannende und aktuelle Thema Baustoffrecycling. „Aufbereitung mineralischer Bau- und Abbruchabfälle & Einsatz qualitätsgesicherter Recycling-Baustoffe“ lautet der Titel der diesjährigen Vortragsveranstaltung zu der die vero Fachgruppe Recycling-Baustoffe alle interessierten Messeteilnehmer einlädt.

„vero der Baustoffverband“ vertritt die Interessen von rund 600 Unternehmen aus allen Zweigen der Baustoff- und Rohstoffindustrie. Unmittelbar auf NRW-Landesebene gehört hierzu auch die Branchenvertretung der Recycling-Baustoff-Industrie (NRW RC-Baustoff-Produzenten). Im Dialog mit Entscheidern setzt sich dabei die vero Fachgruppe Recycling-Baustoffe für sach- und praxisgerechte Rahmenbedingungen ein, moderiert vermittelnd an den Schnittstellen von Politik, Wirtschaft sowie der Öffentlichkeit und unterstützt und berät seine RC-Mitglieder in technischen und rechtlichen Belangen sowie zu sonstigen branchenrelevanten Fragestellungen.

Als Teil eines starken Netzwerks mit Partnern auf Landes-, Bundes- und Europaebene geht es um das gemeinsame Ziel, durch die Produktion und den Einsatz von qualitätsgesicherten Recycling-Baustoffen natürliche Ressourcen zu schonen und die Kreislaufwirtschaft in Deutschland zu fördern.

Mineralische Bau- und Abbruchabfälle bilden mengenmäßig den größten Anteil des jährlichen Gesamtabfallaufkommens in Deutschland. Für ein dicht besiedeltes und stark industriell geprägtes Land wie Nordrhein-Westfalen bilden sie damit eine wichtige sekundäre Rohstoffquelle.

Im Sinne der Schonung von Rohstoff- und Energiereserven sowie schwindendem Deponieraum in NRW, kommt dem Baustoff-Recycling daher ein hoher Stellwert zu – dabei steht die Bauwirtschaft, als eine der ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren, in besonderer Verantwortung, den Einsatz von Recycling-Baustoffen in Baumaßnahmen langfristig voran zu bringen. Neben einem Qualitätsrecycling, welches auf einem kontrollierten, selektiven Rückbau sowie einer regelmäßigen Güteüberwachung basiert, setzt die langfristige Intensivierung der Kreislaufführung im Bausektor vor allem eine sichere Verwendung durch betroffene Anwender voraus.

Die Zeitschrift recovery hatte die Gelegenheit, mit Jasmin Klöckner, Leiterin der Fachgruppe Recycling-Baustoffe im Verband vero über die Vortragsveranstaltung zu sprechen.

recovery: Was werden die wichtigsten und spannendsten Punkte dieser Veranstaltung sein?

Jasmin Klöckner: Ausgewählte Fachreferenten greifen branchenrelevante und aktuelle Themenschwerpunkte auf; bspw.: Einsatz von RC-Baustoffen in öffentlichen Bauvergabeverfahren, Bevorzugung von mineralischen Ersatzbaustoffen (MEB) angesichts der laufenden Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, sowie Umgang und Entsorgung von teerhaltigem Straßenaufbruch und Ausbauasphalt in NRW), um über bestehende und erforderliche Rahmenbedingungen, hochwertiges Recycling und den richtigen Einsatz von RC-Baustoffen zu informieren – und ebenso, um gemeinsam mit den Teilnehmern über bestehende Hemmnisse und praktische Lösungsansätze in NRW zu diskutieren.

recovery: An welche Zielgruppe wendet sich die Veranstaltung?

Jasmin Klöckner: Die kostenfreie Vortragsveranstaltung ist für alle, am Thema Baustoff-Recycling interessierte Messebesucher zugänglich und richtet sich mit ihren Themenschwerpunkten insbesondere an alle, die in ihren Betrieben, Einrichtungen oder Kommunen mit umwelt- und bautechnischen sowie ressourcenwirtschaftlichen Fragestellungen zum Baustoff-Recycling konfrontiert werden, d.h. Produzenten, Anwender, ausschreibende Stellen, Genehmigungsbehörden, Straßenbauingenieure, interessierte Öffentlichkeit etc.

recovery: Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie in der Produktion und dem Einsatz von Recycling-Baustoffen?

Jasmin Klöckner: Derzeit fließen bereits Sekundärrohstoffe aus der Aufbereitung mineralischer Bau- und Abbruchabfälle in den Straßenbau ein.

Schaut man sich die Wiederverwendungsquoten des mineralischen Baustoff-Recyclings der letzten Jahrzehnte in Deutschland an, kommt man zu dem Schluss: Es ist doch alles Bestens! Wiederverwendungsquoten von 70 bis 95 % belegen das seit vielen Jahren anschaulich. Schaut man etwas genauer hin, merkt man, dass an einigen Stellen noch „Korrektur- und Konkretisierungsbedarf“ besteht, damit die mengenintensiven mineralischen Stoffströme im Rahmen der politisch geforderten Kreislaufwirtschaft auch möglichst hochwertig und effizient genutzt werden.

Recycling-Baustoffe werden auch heute noch oft als günstigeres Substitut in untergeordnete Erd- und Straßenbaumaßnahmen eingesetzt. Bei dem Stand der Recyclingtechnik sowie der Zertifizierung von Sekundärbaustoffen wäre allerdings ein höherwertiger Einsatz dieser Stoffe mehr als sinnvoll.

Das Paradebeispiel einer hochwertigen Verwendung in stofflich sortenreiner Form mit Wiederverwendungsquoten über 90 % stellt die Wiederverwendung von Asphalt im Straßenoberbau dar. Auch die stoffliche Fraktion Beton wird auf hohem Qualitätsniveau als ungebundene Tragschicht wiederverwendet.

Hingegen werden Stoffströme, wie gemischte Bau- und Abbruchabfälle, Mauerwerk (Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder Leichtbeton), Gips usw. oft noch unaufbereitet, in stofflich gemischter Form oder als Reststoffe aus der Aufbereitung in der Verfüllung abgelagert oder auf Deponien verwertet oder sogar beseitigt.

Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit, hier also Schonung von natürlichen Ressourcen wie Kies und Schotter sowie der Einsparung knappen Deponievolumens, wird eine möglichst hochwertige Wiederverwendung gütegesicherter Recycling-Baustoffe zwar von Öffentlichkeit, Politik, Ministerialebene etc. seit Jahren breit gefordert. Leider findet das öffentliche und politische Credo in der Praxis häufig keinen Widerhall.

Trotz dass,

gütegesicherte Recyclingbaustoffe genau dieselben bautechnischen Anforderungen und Normen wie z.B. die Primärrohbaustoffe Kies und Schotter erfüllen müssen,

alle Umweltschutzanforderungen des einschlägigen „Verwertererlasses“ vom 09.10.2001 eingehalten werden und

die Verwendung von Recyclingbaustoffen im Regelfall wirtschaftlicher ist als der Einsatz entsprechender Primärbaustoffe,

erfolgt häufig eine zu geringe Verwendung / Berücksichtigung von RC-Baustoffen, die sich vor allem in öffentlichen Bauvergabeausschreibungen zeigt. So beschränken sich öffentliche Ausschreibungen im Baubereich häufig alternativlos auf Primärbaustoffe bzw. erfolgen ausdrücklich unter „Ausschluss von RC-Baustoffen“, obwohl RC-Baustoffe einsetzbar wären.

Gründe hierfür sind u.a. die Konkurrenz zu ausreichend vorhandenen Primärbaustoffen, eine mäßige oder geringe Akzeptanz von RC-Baustoffen aufgrund ihres „Makels“ als Abfall und damit verbunden die zusätzlich zu gewährleistende Umweltverträglichkeit, für die es seit Jahren an einer bundeseinheitlichen und rechtssicheren gesetzlichen Regelung mangelt. Dies hemmt die Abnahme bei Auftraggebern.

Eine langfristig erfolgreiche Abfallverwertung lässt sich also nur über ein Qualitätsrecycling erreichen, das unter Erschließung neuer Verwertungswege und der Optimierung von Recyclingtechniken eine hochwertige Verwertung ermöglicht. Dabei kann der Anreiz zur Qualitätssteigerung wiederrum nur über entsprechende Absatzmärkte geschaffen werden.

Entsprechende Bemühungen müssen ausreichend honoriert werden. Eine Schlüsselrolle nimmt hier die Öffentliche Hand als größter Auftraggeber in der Bauwirtschaft ein. Chancen / Herausforderungen im Recycling mineralischer Baustoffe gibt es also noch viele, sie müssen nur von den Beteiligten erkannt, gefordert und umgesetzt werden. Risiken können durch den Einsatz güteüberwachter RC-Baustoffe ausgeschlossen werden.

recovery: Welche politischen Forderungen hat der Verband bzw. welche gesetzlichen Regelungen sind noch notwendig, um den Einsatz von Recyclingbaustoffen zu erhöhen? Was sind die wichtigsten Themen der Verbandes vero für die Zukunft?

Jasmin Klöckner: Die Politik ist an dieser Stelle angehalten, hierzu erforderliche – bundeseinheitliche sowie praxisgerechte – Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl RC-Produzenten als auch Anwendern von RC-Baustoffen mehr Rechtssicherheit gewähren.

Chancen hierzu bietet die seit zehn Jahren in Bearbeitung befindliche sogenannte Ersatzbaustoffverordnung (EBV) im Rahmen der Mantelverordnung (MantelV). Mit ihr sollen bisher fehlende einheitliche Regelungen in den Bundesländern zum umweltverträglichen Einsatz von RC-Baustoffen für ganz Deutschland rechtsverbindlich festgelegt werden und so deutschlandweit Rechtssicherheit bringen. Darüber hinaus sollen mit Einführung des „Abfall-Ende-Status“ für die beste RC-Qualitätsklasse sowie mit verbindlicher Güteüberwachung ein positiver Beitrag zum Baustoff-Recycling geleistet werden. Sie ist damit ein notwendiger Ansatz, um hochwertige, gütegesicherte Recycling-Baustoffe gegenüber Primärrohstoffen grundsätzlich konkurrenzfähiger zu machen. Wichtig hierbei ist, dass alle Beteiligten im Spannungsfeld „Kreislaufwirtschaft – Grundwasserschutz – Bodenschutz“ eine tragbare, rechtssichere und praktikable Lösung finden, die bestehende Hemmnisse tatsächlich beseitigt und nicht neue Barrieren und negative Stoffstromverschiebungen erzeugt.

Da hierzu in Einzelheiten noch unterschiedliche Auffassungen von Bund, Ländern und Industrie bestehen, ist das Verordnungsverfahren noch nicht abgeschlossen. vero wird das Verordnungsverfahren daher auch weiterhin aktiv begleiten.

www.recycling-technik.com

www.recycling-technik.com/en/

RECYCLING-TECHNIK Dortmund 2020, 01. & 02. April 2020, Messe Dortmund

6. Fachmesse für Recyclingtechnologien

Nationale sowie internationale Aussteller präsentieren ihre Technologien und Lösungen für die Wiederaufbereitung und die umweltgerechte Entsorgung von Abfallprodukten. Fachbesucher sind Top-Entscheider und Einkäufer mit konkreten Anliegen aus folgenden Industrien: Abbruch- und Baustoffrecycling, Abfall und Reststoffe, Biomasse, Glas, Holz, Kunststoffe, Materialumschlag, Papier, Schrott und Metall.

Parallel findet die 10. SOLIDS Dortmund statt – Fachmesse für Granulat-, Pulver- und Schüttguttechnologien.

 

Ausstellungsbereiche

Produkte und Technologien für die Sammlung, Sortierung, Transport und Aufbereitung verwertbarer Materialien sowie für die umweltgerechte Beseitigung

Querschnitts-, Mess-, Steuer-, Regel- und Kontrolltechniken sowie Lösungen zu Arbeitsschutz und Waste-to-Energy

Handel mit Sekundärstoffen

Brand- und Explosionsschutz in Recyclinganlagen

Weitere Dienstleistungen

 

Industrien:

Abbruch- und Baustoffrecycling

Abfall und Reststoffe

Biomasse

Glas

Holz

Kunststoffe

Materialumschlag

Papier

Schrott und Metall

 

www.recycling-technik.com

Die Gewerbeabfallverordnung in der Umsetzung: Was hat sie gebracht?

DGAW Regionalveranstaltung;

Mi, 01.04.2020 13:30 – 15:30 Uhr;

Messe Dortmund, Rheinlanddamm 200, 44139 Dortmund, Halle 7, InnovationCenter I

Kostenfreie Messeregistrierung mit dem

Code 2600 auf www.recycling-technik.com

Beginn:

Mi, 01.04.2020 13:00 Uhr

Begrüßung und Einführung in das Thema:

Dr. Anno Oexle, Köhler & Klett Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB

Rechtliche Vorgaben für die Verwertung von Gewerbeabfällen

Dr. Anno Oexle, Köhler & Klett Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB

Können die Recyclingquoten der Gewerbeabfallverordnung in der Praxis erreicht werden?

N. N.

Ressourcenpotentiale im Gewerbeabfall

Katharina Reh, Fraunhofer UMSICHT

Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung in der Praxis aus Sicht eines Abfallerzeugers

Vertreter aus der Industrie, angefragt

Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung in der Praxis aus der Sicht eines Abfallentsorgers

Sylvia Zimack, Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG

Podiumsdiskussion mit den Referenten und Teilnehmern

„Aufbereitung mineralischer Bau- und Abbruchabfälle & Einsatz qualitätsgesicherter Recycling-Baustoffe“

Kostenfreie Messeregistrierung mit dem Code 2600 auf www.recycling-technik.com

Mittwoch, 1. April 2020, 12:30 Uhr – 15:15 Uhr, Raum Bergen, Messe-Eingang Nord,

in Zusammenarbeit mit: vero – Verband der Baustoff- und Rohstoffindustrie e.V.

Moderation:

Jasmin Klöckner, Geschäftsführerin BRB und vero Fachgruppe RC-Baustoffe

12:30 Uhr Begrüßung und Einführung

Jasmin Klöckner

12:40 Uhr Stand und Perspektiven des Bauschutt-Recyclings – Sicht aus der Praxis

Berthold Heuser,

Vorsitzender der vero Fachgruppe Recycling-Baustoffe, Duisburg /

REMEX Mineralstoff GmbH, Düsseldorf

13:00 Uhr Rechtliche Rahmenbedingungen bei öffentlichen Ausschreibungsverfahren – Bevorzugung von MEB angesichts der Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Rechtsanwalt Dr. Henning Blatt,

Kanzlei KOPP-ASSENMACHER & NUSSER, Düsseldorf

13:45 Uhr Die Bundesverordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) – Umsetzung nach technischen Gesichtspunkten

Dr.-Ing. Klaus Mesters,

KM GmbH Prüfinstitut für Straßenbau und Umwelttechnik, Bochum

14:15 Uhr Teerhaltiger Straßenaufbruch und Ausbauasphalt: Anforderungen an Umgang und Entsorgung in NRW

Das neue LANUV-Arbeitsblatt „Teerhaltiger Straßenaufbruch und Ausbauasphalt: Erkennung, Umgang, Entsorgung“

Dipl.-Biol. Claudia Lodwig,

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Recklinghausen

Bewertung aus Praxissicht

Dr.-Ing. Klaus Mesters,

KM GmbH Prüfinstitut für Straßenbau und Umwelttechnik, Bochum

ca. 15:15 Uhr    Ende
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